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Die Sache mit den Sieben Sachen

die wir stets zusammen haben sollten, stammt wohl aus kultischen Einweihungszeremonien, so in den Mithrasmysterien, wo sieben Tore zu durchschreiten waren und an jedem Tor etwas abgelegt werden musste von dem, was man am Leibe trug. Und sicherlich war gleichzeitig auch innerlich etwas abzulegen, eine Last, ein Vorurteil, eine Überzeugung. Ähnliches kennen wir aus der sumerischen Mythologie, wo die Himmelgöttin Innana bei ihrem Gang in die Unterwelt, zu ihrer Schwester Ereschkigal, an jedem der sieben Tore, welches sie durchschritt, etwas an Schmuck und Kleidung ablegen musste, Diadem, Ohrringe, Halskette, Nadel, Gürtel, Armreifen, Gewand, und letztlich nackt und bloß dastand. Auf dem Rückweg galt es, die persönlichen Dinge wieder einzusammeln und folgerichtig war die Frage an den Mysten:

„Hast Du Deine Siebensachen beisammen?“

Vielleicht ist ein schwacher Widerschein davon ja noch in unseren Märchen zu finden. Über sieben Berge, durch sieben Täler (mitunter auch über sieben Brücken), mit Siebenmeilenstiefeln muss (Märchen)held gehen, bis zu sieben Wesen nicht von dieser Welt, Zwergen, Raben, Schwänen oder Schwaben, um etwas zu lernen, was ihn erwachsen werden lässt, Einblick und Einsicht in tieferes Wissen, den Zusammenhang der Dinge vermittelt, seine sieben Sinne schärft. Und kehrt er oder sie dann zurück in die irdische Welt, dann hat er, ist alles gut gegangen, seine sieben Sachen beisammen. So geschieht es ja wohl auch dem Mädchen in dem Märchen um die Sieben, sie lernt, sich in den verschiedensten Lebenssituationen zurecht zu finden und ihre Siebensachen gut zu machen und bekommt am Ende, wen wundert es, den Prinzen und vielleicht sogar das Königreich.

Denn, wer könnte dafür mehr geeignet sein als die Sieben, die heilige und verflixte, die Lieblingszahl der Menschen, Verbindung von Geist (Drei) und Materie (Vier), die Zahl der sieben Planeten, Wochentage, Weltwunder, Regenbogenfarben, Tugenden, Laster, ... und in diesem Sinne sieben schöne Tage.


 

Wussten Sie, dass Märchen so spannend sein können? Sie erzählen davon, wie Menschen die ihnen vertraute Welt verlassen (müssen), wie sie dabei in Gefahren geraten oder in die Anderswelt, Proben bestehen und Aufgaben lösen müssen - genau wie im Leben. Wie in einem Spiegel zeigen uns die Märchen, was uns bewegt - und manchmal zeigen sie uns mehr als das, zeigen neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

In der Europäischen Märchengesellschaft haben sich Wissenschaftler/innen und Erzähler/innen, vor allem aber Märchenliebhaber/innen zusammengefunden, die die Freude an den Märchen miteinander teilen, die Freude an ihrer bleibenden Schönheit, Weisheit und Wahrheit. Aber wir wollen diesen märchenhaften Schatz auch an andere weitergeben. Denn mit und in den Märchen, diesen Spiegelbildern der menschlichen Seele, können wir uns wieder finden. Und weil Märchen ein gemeinsames Kulturerbe aller Völker der Erde sind, können wir mit Märchen auch zusammenfinden, über alle Grenzen hinweg.

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Neue Veröffentlichung

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Der neueste Band unserer Schriftenreihe ist da!

Heimliche Helfer - unheimliche Begleiter

EMG Schriftenreihe, Band 37

Im Mai 2012 fand die Frühjahrstagung der Europäischen Märchengesellschaft in Stapelfeld unter dem Titel: "Märchen - Anleitung zum Leben" statt. Märchen erzählen vom Leben, vom falschen und vom richtigen. Sie malen uns Wege in kinderleichter wie bedeutungsschwerer Traumsprache und sagen: "Geh deinen Weg!" Können wir in Märchen heute Rezepte zum richtigen Leben finden, konnte man es früher? Schreiben Sie uns vor, wie zu leben sei, oder geben sie uns lediglich einen Impuls zu Eigenverantwortlichkeit und Lebensmut? Und eignen sich Märchen vielleicht als "heimliche Helfer" der Erzieher, für Paare oder gar bei der Personalführung?

In dem vorliegenden Sammelband der Beiträge des Jahres 2011 konnten wir unter dem Herbst-Titel: "Heimliche Helfer - unheimliche Begleiter" beide Kongressthemen vereinen. Senftenberg, gelegen in der märchenhaften Lausitz, geprägt von Zweisprachigkeit und sorbischen Bräuchen und Eigenarten, zeigte sich als der passende Ort für den diesjährigen Herbstkongress. Hier wurden die Begleiter der Märchenhelden - heimliche und unheimliche - genauer und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet.

Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Märchengesellschaft von Herlinda Lox und Ricarda Lukas.

Zu weiteren Informationen nutzen Sie bitte die obere Informationsleiste. Sie können aber auch postalisch mit uns in Kontakt treten:

Europäische Märchengesellschaft
Nordflügel Kloster/Schloß Bentlage
Bentlager Weg 130
48432 Rheine

Tel: 05971 918-420
Fax 05971 918-429
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