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„Die Schöne und das Tier“

ist der Oberbegriff des Märchentyps 425 im im Aarne-Thompson-Index, zu dem auch das Märchen „Drei Rosen auf einem Stiel“ gehört.
1910 schrieb der Finne Antti Aarne ein systematisches Verzeichnis der Märchentypen auf. 1927 erweitert der Brite Stith Thompson dieses Verzeichnis und versah die einzelnen Typen mit Nummern. Tiermärchen finden sich unter den Nummern 1–299, Zaubermärchen unter 300–749, Legendenartige Märchen haben die Nummern 750–849 und Novellenartige Märchen die 850–999. Unter 1000-1199 werden Märchen vom dummen Teufel/Riesen zusammengefasst und unter 1200-1999 Schwänke.
2004 überarbeitete der Göttinger Hans-Jörg Uther den Index, der seither Aarne-Thompson-Uther-Index (ATU) heißt.
Die Märchen des Typus 425 erzählen die Geschichte einer Wandlung, aber auch einer Zähmung und Bändigung.
Die eine Hauptfigur dieses Märchens ist ein tierhaftes, grob gestaltetes und archaisch anmutendes Wesen, ein Ungeheuer, ein Bär, Löwe, Drache oder eine Spinne, Kröte, ein Krebs, welche folgerichtig abseits der menschlichen Siedlungen wohnt, im Wald, einem abgelegenen Schloss, einer Höhle oder im Wasser.
Die andere Hauptfigur verkörpert den größtmöglichen Gegensatz dazu, es ist ein Mädchen, eine junge Frau von ausgeprägter Herzensbildung und Güte, kultiviert und klug, genannt die Schöne. Beider Welten dürften sich im normalen Ablauf des Lebens nicht berühren, aber durch verschiedene Zufälle finden sie zueinander. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Prozess der Begegnung und vor Allem der Bändigung und Kultivierung des Tieres durch die Schöne - aus dem Tierungeheuer wird ein schöner Mann. Aber auch die Schöne erlebt einen Veränderungsprozess, aus dem Mädchen, der Tochter des Vaters, wird eine Frau - etwas von Instinkt, Natur und Wildheit bleibt bei ihr.
In diesem Sinne wünsche ich Allen für das Jahr 2015, welches ein friedliches und konsensfähiges Jahr werden soll, dass Unfertiges Gestalt annimmt und Unscheinbares zur Blüte kommt, genug Wandlung, Zähmung und Veränderung in Ihrem Leben ist.

(Ricarda Lukas)


Wussten Sie, dass Märchen so spannend sein können? Sie erzählen davon, wie Menschen die ihnen vertraute Welt verlassen (müssen), wie sie dabei in Gefahren geraten oder in die Anderswelt, Proben bestehen und Aufgaben lösen müssen - genau wie im Leben. Wie in einem Spiegel zeigen uns die Märchen, was uns bewegt - und manchmal zeigen sie uns mehr als das, zeigen neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

In der Europäischen Märchengesellschaft haben sich Wissenschaftler/innen und Erzähler/innen, vor allem aber Märchenliebhaber/innen zusammengefunden, die die Freude an den Märchen miteinander teilen, die Freude an ihrer bleibenden Schönheit, Weisheit und Wahrheit. Aber wir wollen diesen märchenhaften Schatz auch an andere weitergeben. Denn mit und in den Märchen, diesen Spiegelbildern der menschlichen Seele, können wir uns wieder finden. Und weil Märchen ein gemeinsames Kulturerbe aller Völker der Erde sind, können wir mit Märchen auch zusammenfinden, über alle Grenzen hinweg.

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Neue Veröffentlichungen

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Der neueste Band unser Märchenschätze ist da!

"Aller Anfang ist Sehnsucht" Märchen von der Sehnsucht

EMG Märchenschätze, Band 9

Wie oft ist die Sehnsucht Impulsgeber menschlichen Handels? Märchen aus aller Welt erzählen auf fesselnde Weise von diesem Verlangen, das uns Menschen zu ungeheuren Anstrengungen beflügelt.
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Feuer in uns entfachen: der klang einer Stimme oder der Anblick eines Menschen; manchmal sind es aber auch existenbtielle Bedürfnisse, wie der Wunsch nach Gemeinschaft, nach Liebe oder nach einem besseren Leben. Solche Geschichten gehen buchstäblich unter die Haut.

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Der neueste Band unserer Schriftenreihe ist da!

Vom Geben und Vergeben im Alter. Kinder brauchen Märchen!

EMG Schriftenreihe, Band 39

Neue Forschungsbeiträge aus der Welt der Märchen, die bei dem Kongress in Bad Brückenau im Mai 2013 und der Fachtagung im Herbst 2013 in Mülheim referiert wurden, liegen uns in diesem Sammelband vor.
Ständig stellt das Leben an uns Menschen Aufgaben und fordert uns heraus. Bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen, hin zur Lebensmitte und weiter zum reigen Alter verändern sich Beziehungen, Besitzstände und die Sicht auf Werte, inbegriffen der Fokus auf das, was gerade am wichtigsten erscheint.
An den Übergängen, besonders zur letzten Lebensphase hin, tauchen Fragen auf: Wem will ich etwas von mir geben, wann und wie? In den Märchen versprechen die Könige dem Helden Königstochter und gar noch das halbe Reich. Wie aber geht es dann weiter mit den alten Königen? Es lohnt sich zu hören, was uns die Märchen zum Thema "Geben im Alter" erzählen, auch wie vormals mit Alter und den Alten umgegangen wurde.
Gleichzeitig interessiert, was die alten Mären heutigen Kindern zu geben vermögen. Was können Märchen in der erziehung der nachwachsenden Deneration leisten, wie nachhaltig ist ihr Einsatz? Und können Märchen helfen, zu Religiosität zu finden?
Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Märchengesellschaft von Harlinda Lox, Ricarda Lukas und Sabine Lutkat.

Zu weiteren Informationen nutzen Sie bitte die obere Informationsleiste. Sie können aber auch postalisch mit uns in Kontakt treten:

Europäische Märchengesellschaft
Nordflügel Kloster/Schloß Bentlage
Bentlager Weg 130
48432 Rheine

Tel: 05971 918-420
Fax 05971 918-429
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