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„Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt, ...“ beginnt der Zauberspruch des Kohlenmunk-Peter im Märchen Das kalte Herz von Wilhelm Hauff. Die Tanne, welche mit geraden und dicht wachsenden Bäumen eben jenen dunklen Wald bildet, in dem der Schatzhauser wirkungsvoll erschienen kann, ist auch der passende Baum für den Monat Dezember. Immergrün, auch im härtesten, kältesten Winter in voller Nadelpracht stehend, ist die Tanne (Abies) ein Symbol für die Hoffnung, das Licht die Finsternis überwinden kann. Die beeindruckende Lebenskraft und Überlebenskraft der Tanne ließ sie bereits bei den antiken Griechen, den Germanen und Kelten zu einem Symbol der Fruchtbarkeit und des Wachstum werden und auch im Märchen verbinden sich Stärke und Lebendigkeit mit dem Bild der Tanne. Im Grimmschen Märchen Der Trommler (KMH 193) erhebt sich ein Riese, groß wie eine Tanne und in der Der starke Hans (KMH166) wird ein ebenso starker Kerl der Tannendreher genannt. Auch in dem obigen Märchen von den redenden Tannen liegt in der Tiefe der Tannenwurzel der sprudelnde Quell für ein gutes Leben, Schatz und Weisheit. Und so steht die Tanne auch bei uns an einer Stelle, wo genau diese Eigenschaften gefragt sind, am dunkelsten Punkt des Jahres. Dunkelrote Früchte und Kugeln stehen für vergossenes Blut, das Sterben des Alten und im vollen Grün der Tannennadeln findet sich die Hoffnung auf neues Werden und Wachsen, der Schein der Kerzen kündet von der Wiederkehr des Lichtes. In dieser Symbolik begleitet uns die Tanne seit mehr als 500 Jahren (1419 gab es den ersten in Freiburg) als Christ -oder Weihnachtsbaum. Die Lebenskraft der Tanne steckt aber auch im Detail, in Tannennadeln und Tannenharz sind ätherischen Öle, so das zitronig duftende der Weiß-Tanne, reichlich Vitamine C und Enzyme enthalten, welche, als Düfte, Öle, Kristalle eingesetzt, heilend und lindern bei Atemwegserkrankungen und Muskel - Gelenkerkrankungen wirken. Heilsam sollte die Tanne auch für Gier und Größenwahn des Teufels in dem Siebenbürgischen Märchen Der Teufel und die Tanne (Rudolf Rösler/ Regensburg) werden, den dieser würde seinen gewinnträchtigen Wald vom lieben Gott erst zurück erhalten, wenn die Blätter von der alten Tanne fielen, aber „Der Winter zog ins Land und die alte Tanne schmückte sich noch immer mit ihrem grünen Reis. Da wurde der Teufel wild und böse, dämmerte es ihm allmählich, dass der liebe Gott ihn gefoppt und um seinen schönen Urwald gebracht hatte.“
Eine wundervolle Advents- und Weihnachtszeit!

(Ricarda Lukas)


Wussten Sie, dass Märchen so spannend sein können? Sie erzählen davon, wie Menschen die ihnen vertraute Welt verlassen (müssen), wie sie dabei in Gefahren geraten oder in die Anderswelt, Proben bestehen und Aufgaben lösen müssen - genau wie im Leben. Wie in einem Spiegel zeigen uns die Märchen, was uns bewegt - und manchmal zeigen sie uns mehr als das, zeigen neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

In der Europäischen Märchengesellschaft haben sich Wissenschaftler/innen und Erzähler/innen, vor allem aber Märchenliebhaber/innen zusammengefunden, die die Freude an den Märchen miteinander teilen, die Freude an ihrer bleibenden Schönheit, Weisheit und Wahrheit. Aber wir wollen diesen märchenhaften Schatz auch an andere weitergeben. Denn mit und in den Märchen, diesen Spiegelbildern der menschlichen Seele, können wir uns wieder finden. Und weil Märchen ein gemeinsames Kulturerbe aller Völker der Erde sind, können wir mit Märchen auch zusammenfinden, über alle Grenzen hinweg.

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Neue Veröffentlichungen

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Der neueste Band unser Märchenschätze ist da!

"Aller Anfang ist Sehnsucht" Märchen von der Sehnsucht

EMG Märchenschätze, Band 9

Wie oft ist die Sehnsucht Impulsgeber menschlichen Handels? Märchen aus aller Welt erzählen auf fesselnde Weise von diesem Verlangen, das uns Menschen zu ungeheuren Anstrengungen beflügelt.
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Feuer in uns entfachen: der klang einer Stimme oder der Anblick eines Menschen; manchmal sind es aber auch existenbtielle Bedürfnisse, wie der Wunsch nach Gemeinschaft, nach Liebe oder nach einem besseren Leben. Solche Geschichten gehen buchstäblich unter die Haut.

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Der neueste Band unserer Schriftenreihe ist da!

Vom Geben und Vergeben im Alter. Kinder brauchen Märchen!

EMG Schriftenreihe, Band 39

Neue Forschungsbeiträge aus der Welt der Märchen, die bei dem Kongress in Bad Brückenau im Mai 2013 und der Fachtagung im Herbst 2013 in Mülheim referiert wurden, liegen uns in diesem Sammelband vor.
Ständig stellt das Leben an uns Menschen Aufgaben und fordert uns heraus. Bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen, hin zur Lebensmitte und weiter zum reigen Alter verändern sich Beziehungen, Besitzstände und die Sicht auf Werte, inbegriffen der Fokus auf das, was gerade am wichtigsten erscheint.
An den Übergängen, besonders zur letzten Lebensphase hin, tauchen Fragen auf: Wem will ich etwas von mir geben, wann und wie? In den Märchen versprechen die Könige dem Helden Königstochter und gar noch das halbe Reich. Wie aber geht es dann weiter mit den alten Königen? Es lohnt sich zu hören, was uns die Märchen zum Thema "Geben im Alter" erzählen, auch wie vormals mit Alter und den Alten umgegangen wurde.
Gleichzeitig interessiert, was die alten Mären heutigen Kindern zu geben vermögen. Was können Märchen in der erziehung der nachwachsenden Deneration leisten, wie nachhaltig ist ihr Einsatz? Und können Märchen helfen, zu Religiosität zu finden?
Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Märchengesellschaft von Harlinda Lox, Ricarda Lukas und Sabine Lutkat.

Zu weiteren Informationen nutzen Sie bitte die obere Informationsleiste. Sie können aber auch postalisch mit uns in Kontakt treten:

Europäische Märchengesellschaft
Nordflügel Kloster/Schloß Bentlage
Bentlager Weg 130
48432 Rheine

Tel: 05971 918-420
Fax 05971 918-429
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