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Mit ihr ist gut Kirschen essen - der Kirschbaum


Die Geschichte der Kirsche geht weit zurück. Bereits die Steinzeitmenschen sollen die Früchte gesammelt haben, was nicht weiter verwundert, denn Kirschen sind schmackhaft und gesund. Sie enthalten Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und einen wertvollen Pflanzenfarbstoff, das Anthozyan – je röter die Kirsche ist, desto mehr wirksame Anthozyane sind in ihr. Ausgestattet mit alle dieses Substanzen helfen Kirschen gegen Arteriosklerose, Krebs, Entzündungen und Alterungsprozesse - 20 Sauerkirschen ersetzen eine Tablette Aspirin. Fruchtstiele und das Harz des Kirschbaumes sind als Aufguss gegen Husten wirksam, frische Blätter lassen sich in Tees, Soßen und Salaten verarbeiten. Und die Frucht selber verleiht 
Kompott, Marmelade, Kuchen, Eis und Wein einen köstlichen Geschmack und eine wundervolle Farbe. Die Kirsche, Prunus avium, Cerasus, wie die Römer den Kirschbaum nannten, ist ein Rosengewächs (Rosaceae) und mundet nicht nur Menschen, sondern auch Vögeln. Avium leitet sich vom lateinischen Wort avis für Vogel ab und bezeichnet Früchte, die von Vögeln gern gefressen werden. Todessymbol, verbotene Frucht, Paradiesfrucht – die Symbole, die dem Kirschbaum zugeordnet werden, sind vielfältig. In Japan symbolisieren die sich sanft vom Kelch lösenden, zur Erde gleitende Kirschblüten Gelassenheit gegenüber irdischen Dingen, federleicht und pastellen stehen sie für Reinheit, Schönheit und Glück. Langsam
Vergehender Frühling. Mit Spätkirschenblüte. (Buson 1715 – 1783). Das Kirschblütenfest, das Hanami, ist das wichtigste Fest im japanischen Jahreskreis. Im Märchen allerdings spielt der Kirschbaum eher eine Nebenrolle, er taucht kurz auf und verschwindet wieder. Im Märchen Das tapfere Schneiderlein (KMH 20) biegt der Riese den Kirschbaum, das Kätzchen in dem japanisches Märchen Kätzchens Entführung flüchtet auf den selben, im jugoslawischen Märchen Der Sohn des Wesirs aber bietet er Zauberfrüchte, welche der hochmütigen Prinzessin Hörner wachsen lassen. Und eine Sage aus dem Eisacktal berichtet, dass ein alter Tiroler als Kind unter einem Kirschbaum schlief, als ein Schlag ihn weckte. Aufgewacht schaute er ihn nach oben und erblickte, in blendendes Licht gehüllt, die Muttergottes über sich im Kirschbaum. Später ließ er an dieser Stelle eine Kapelle bauen, welche heute noch steht. (Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol) - Ricarda Lukas


Wussten Sie, dass Märchen so spannend sein können? Sie erzählen davon, wie Menschen die ihnen vertraute Welt verlassen (müssen), wie sie dabei in Gefahren geraten oder in die Anderswelt, Proben bestehen und Aufgaben lösen müssen - genau wie im Leben. Wie in einem Spiegel zeigen uns die Märchen, was uns bewegt - und manchmal zeigen sie uns mehr als das, zeigen neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

In der Europäischen Märchengesellschaft haben sich Wissenschaftler/innen und Erzähler/innen, vor allem aber Märchenliebhaber/innen zusammengefunden, die die Freude an den Märchen miteinander teilen, die Freude an ihrer bleibenden Schönheit, Weisheit und Wahrheit. Aber wir wollen diesen märchenhaften Schatz auch an andere weitergeben. Denn mit und in den Märchen, diesen Spiegelbildern der menschlichen Seele, können wir uns wieder finden. Und weil Märchen ein gemeinsames Kulturerbe aller Völker der Erde sind, können wir mit Märchen auch zusammenfinden, über alle Grenzen hinweg.

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Neue Veröffentlichung

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Der neueste Band unserer Schriftenreihe ist da!

BergWelt in Märchen, Sagen und Geschichten

EMG Schriftenreihe, Band 38

Im vorliegenden Sammelband finden sich die Vorträge des Kongresses der Europäischen Märchengesellschaft e.V von 2012. Dieser Kongress wurde unter der Leitung der Schweizerischen Märchengesellschaft in Valbella/Lenzerheide in der Schweiz durchgeführt. Passend zum Tagungsort stand er unter dem Motto "BergWelt in Märchen, Sagen und Geschichten", so auch der Titel dieses Bandes. Die Schweizer Prägung der Veranstaltung spiegelt sich - dem roten Faden der Ausrichterin Caroline Capiaghi folgend - in den Referaten wider, angefangen von der literarischen Verarbeitung über biblische Geschichten, Märchen und Sagen, wobei letztere ein großes Gewicht haben, bis hin zu aktuellen umweltpolitischen Überlegungen. Die Bedeutung der Berge und der Bergwelten für den Menschen sowie deren Darstellung in den tradierten Märchen und Sagen wird dabei durch unterschiedliche Sichtweisen beleuchtet. Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Märchengesellschaft von Harlinda Lox, Caroline Capiaghi und Sabine Lutkat.

Zu weiteren Informationen nutzen Sie bitte die obere Informationsleiste. Sie können aber auch postalisch mit uns in Kontakt treten:

Europäische Märchengesellschaft
Nordflügel Kloster/Schloß Bentlage
Bentlager Weg 130
48432 Rheine

Tel: 05971 918-420
Fax 05971 918-429
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