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Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den Söhnen ... (Hohe Lied Salomons, Kp. 2,3)

Steve Jobs’ Lieblingsfrucht zur Zeit der Namensfindung für sein Computerunternehmen sollen McIntosh-Äpfel gewesen sein, ob dies ursächlich für die Kreation des Firmenlogos "Apple", eines angebissene Apfels, war, ist nicht sicher, aber möglich. Der Biss - ein Biss in die Frucht der Erkenntnis, die befähigt, gut und böse zu unterscheiden, die Welt differenzierter zu sehen. Isaac Newton entdeckte das Gesetz der Schwerkraft, als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. In der keltischen Religion Symbol für Weisheit und des Wissens, ebenso aber, wie in der Bibel, für Verführung (Wissen verführt oft) und Tod, wurde er zu dem, an dem sich die Dinge scheiden, dem Objekt der Entscheidung. Paris entscheidet sich für Aphrodite als die Schönste und gibt ihr den Zankapfel der Eris, der den trojanischen Krieg auslöst, Schneewittchen für die rotbäckig Seite des Apfels, die ihr dann den Tod bringt und Wilhelm Tell für persönlichen Mut, was nicht ungefährlich ist. Der Apfel, Malus, ursprünglich aus Asien stammend und bereits seit der Antike in europäischen Gärten zu Hause, trägt diese seine Zwiespältigkeit bereits im Namen. Malus bedeutet schlecht, schlimm, böse. Dabei ist der Apfel recht gesund. Als Heilpflanze bereit in vorchristlicher Zeit bekannt, er reguliert die Verdauung und bildet einen Schutz gegen Herz- und Atemwegserkrankungen, Diabetes und Krebswohl aufgrund der Pektine und Polyphenole, die er reichlich enthält. Äpfel machen also schön und gesund und so erzählen auch die Mythen und Märchen von der Lebenskraft, Schönheit und Fruchtbarkeit des Apfels. Der griechische Fruchtbarkeitsgott Dionysos, Schöpfer des Apfelbaums, widmete Aphrodite den Apfel, ebenso wie er der babylonischen Ischtar, die und der germanischen Idun geweiht war, Liebesgöttinnen allesamt. Die goldenen Äpfeln der Hesperiden gewährleisten ewiges Leben und die reifen Äpfel im Garten der Frau Holle (KMH24), welche die Goldmarie erntet, sind ein Hinweis auf ihre Goldnatur, ebenso wie der goldene Apfelbaum in Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein (KMG 130) auf die des Zweiäugleins. Und dass sich Schönheit des Apfels und weibliche Schönheit, wie im Märchen des Monats, verbinden, hatte schon Goethe beobachtet: „Einst hatte ich einen schönen Traum: Da sah ich einen Apfelbaum, Zwei schöne Äpfel glänzten dran; Sie reizten mich, ich stieg hinan.“

(Ricarda Lukas)


Wussten Sie, dass Märchen so spannend sein können? Sie erzählen davon, wie Menschen die ihnen vertraute Welt verlassen (müssen), wie sie dabei in Gefahren geraten oder in die Anderswelt, Proben bestehen und Aufgaben lösen müssen - genau wie im Leben. Wie in einem Spiegel zeigen uns die Märchen, was uns bewegt - und manchmal zeigen sie uns mehr als das, zeigen neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

In der Europäischen Märchengesellschaft haben sich Wissenschaftler/innen und Erzähler/innen, vor allem aber Märchenliebhaber/innen zusammengefunden, die die Freude an den Märchen miteinander teilen, die Freude an ihrer bleibenden Schönheit, Weisheit und Wahrheit. Aber wir wollen diesen märchenhaften Schatz auch an andere weitergeben. Denn mit und in den Märchen, diesen Spiegelbildern der menschlichen Seele, können wir uns wieder finden. Und weil Märchen ein gemeinsames Kulturerbe aller Völker der Erde sind, können wir mit Märchen auch zusammenfinden, über alle Grenzen hinweg.

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Neue Veröffentlichungen

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Der neueste Band unser Märchenschätze ist da!

"Aller Anfang ist Sehnsucht" Märchen von der Sehnsucht

EMG Märchenschätze, Band 9

Wie oft ist die Sehnsucht Impulsgeber menschlichen Handels? Märchen aus aller Welt erzählen auf fesselnde Weise von diesem Verlangen, das uns Menschen zu ungeheuren Anstrengungen beflügelt.
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Feuer in uns entfachen: der klang einer Stimme oder der Anblick eines Menschen; manchmal sind es aber auch existenbtielle Bedürfnisse, wie der Wunsch nach Gemeinschaft, nach Liebe oder nach einem besseren Leben. Solche Geschichten gehen buchstäblich unter die Haut.

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Der neueste Band unserer Schriftenreihe ist da!

Vom Geben und Vergeben im Alter. Kinder brauchen Märchen!

EMG Schriftenreihe, Band 39

Neue Forschungsbeiträge aus der Welt der Märchen, die bei dem Kongress in Bad Brückenau im Mai 2013 und der Fachtagung im Herbst 2013 in Mülheim referiert wurden, liegen uns in diesem Sammelband vor.
Ständig stellt das Leben an uns Menschen Aufgaben und fordert uns heraus. Bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen, hin zur Lebensmitte und weiter zum reigen Alter verändern sich Beziehungen, Besitzstände und die Sicht auf Werte, inbegriffen der Fokus auf das, was gerade am wichtigsten erscheint.
An den Übergängen, besonders zur letzten Lebensphase hin, tauchen Fragen auf: Wem will ich etwas von mir geben, wann und wie? In den Märchen versprechen die Könige dem Helden Königstochter und gar noch das halbe Reich. Wie aber geht es dann weiter mit den alten Königen? Es lohnt sich zu hören, was uns die Märchen zum Thema "Geben im Alter" erzählen, auch wie vormals mit Alter und den Alten umgegangen wurde.
Gleichzeitig interessiert, was die alten Mären heutigen Kindern zu geben vermögen. Was können Märchen in der erziehung der nachwachsenden Deneration leisten, wie nachhaltig ist ihr Einsatz? Und können Märchen helfen, zu Religiosität zu finden?
Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Märchengesellschaft von Harlinda Lox, Ricarda Lukas und Sabine Lutkat.

Zu weiteren Informationen nutzen Sie bitte die obere Informationsleiste. Sie können aber auch postalisch mit uns in Kontakt treten:

Europäische Märchengesellschaft
Nordflügel Kloster/Schloß Bentlage
Bentlager Weg 130
48432 Rheine

Tel: 05971 918-420
Fax 05971 918-429
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